Ich möchte einen Fluch buchen
Auf Spiegel Online gibt es seit einiger Zeit immer wieder mal eine Sammlung von fiesen Ansagen im Flugzeug. Da mir schwarzer Humor nicht gerade fern liegt, lese ich jeden neuen Beitrag in dieser Reihe mit Begeisterung. Mal sehen, ob ich das immer noch so witzig finde, wenn ich im Flugzeug nach Neuseeland sitze. Der Flug ist nämlich schon längst gebucht, wir haben uns unseren Gastgebern angedroht, jetzt müssen wir endlich mal Reisepässe und internationale Führerscheine beantragen (die dazu passenden Verbrecherfotos haben wir schon machen lassen), und dann kommt der schwierigste Teil: Was packen wir ein?
Bis ich den Rucksack packen muss, ist allerdings noch etwas Zeit. Und die kann ich mir gut damit vertreiben, die etwas abgedrehte Antwort auf meine genau so abgedrehte Mail durchzulesen. Sorry um die halbe Welt, dass ich sie immer noch nicht beantwortet habe. Aber ich habe sie inzwischen gefühlte hunderte Male mit Begeisterung gelesen:
(Die doppelt eingerückten Teile stammen aus meiner Mail. Sie ist in der Antwort fast vollständig zitiert, darum wiederhole ich sie nicht.)
Sehr geehrte Damen und Herren.
Um der vorhergesagten Invasion gut vorbereitet entgegensehen zu können, empfehlen wir folgende Maßnahmen:
Am (zensiert).2009 wird es um 10:25 Ortszeit in Auckland zu einer Alien-Invasion kleineren Ausmaßes kommen. Erwartet werden ein fusseliger Waschbär und ein grünhaariges Katzenmonster mit jeweils 20 kg Gepäck. Die Reisenden werden übermüdet, hungrig und schlecht gelaunt sein und sich voraussichtlich jammernd irgendwo verkriechen wollen. Die örtliche Bevölkerung wird gebeten, Ruhe zu bewahren, die Reisenden nicht auszulachen und ihnen ggf. Kekse und Schokolade zuzustecken.
Im Grünanlagenbereich des Wohnbezirks 3/12 Rautangi Rd wurden temporäre Auffanglager errichtet (siehe Anlage 1), die den Invasoren zur Verfügung gestellt werden können. Im Falle von Platzmangel oder Doppelbelegung sind Ausweichschlafstätten zu selektieren, z.B. Wohnzimmer o.ä. Um die unkontrollierte Plünderung von Vorratsschränken zu vermeiden, werden in regelmässigen Abständen sorgfältig portionierte Essensrationen ausgeteilt.
Die Invasoren sind in der Unterbringung genügsam. Ein nicht zu weiches Doppelbett oder Platz für zwei Isomatten sowie eine einfache Kochgelegenheit genügen als Unterkunft, ansonsten brauchen sie viel Auslauf und evtl. eine kurze Erläuterung der örtlichen Gegebenheiten und Sitten. Sollten Sie einen geeigneten Schuppen, Stall oder Unterstand kennen, in denen man die Besucher unterbringen kann, nehme wir gerne Ihre Hinweise entgegen. Die Bezahlung kann sowohl in Ihrer Währung als auch zusätzlich in frisch zubereiteten Speisen wie z. B. Pfannkuchen, Brot, Pizza, Nudelgerichte, Gemüse, Suppen etc. erfolgen. Wünsche werden jederzeit entgegen genommen.
Sanitäre Anlagen stehen als Outdoor- (Regen+Busch) und Indoor-Varianten (Dusche+Toilette) zur Verfügung. Den Invasoren werden ortskundige Berater zur Seite gestellt. Aufgrund der finanziell angespannten Situation der Invasoren sollte auf Bezahlung weitestgehend verzichtet werden. Die hungrige Lagerverwaltung freut sich jedoch ueber Spenden jeglicher Art.
Am (zensiert).2009 um 12:25 Uhr wird Neuseeland von dieser Plage wieder befreit. Die Behörden hoffen, dass es in der Zwischenzeit nicht zu bleibenden Schäden kommen wird.
Es wird geraten, den lokalen Schaden zu begrenzen, indem die Invasoren regelmaessig ihren Auslauf genehmigt bekommen. Dabei sollte Wert auf attraktive Zielgebiete gelegt werden.
Wir danken bereits jetzt für Ihr Vertrauen und stehen Ihnen für
Rückfragen und Tourenplanung selbstverständlich jederzeit zur Verfügung.Quelle: Nachrichtendienst M.
Anlage 1:
Leider weiß ich nicht, ob der Hund enthalten ist. Viel Platz scheint er aber nicht einzunehmen, wir werden uns sicher einig. Hauptsache, er pupst nicht.


Keine Sorge, Missy pupst selten, aber wehe wenn… In diesem Fall ist es dringendst angeraten, eine Gasmaske zu tragen und offene Feuer zu vermeiden.